Bischof George Punnakottil aus Indien, ein Freund und Förderer unseres Anliegens.
Bischof Mar George Punnakottil ist ein katholischer Diözesanbischof in Indien und gehört dem Syro-Malabarischen (ostsyrischen) Ritus an. Dies sind die katholischen Thomaschristen, die "Urchristen" Indiens, deren Herkunft aus apostolischer Zeit rührt. Als die Portugiesen im 16. Jahrhundert nach Indien kamen und den lateinischen Ritus dort einpflanzten, existierte hier schon seit 1500 Jahren das rege Gemeindeleben der Thomaschristen, zurückgehend auf die Missionstätigkeit des Apostels Thomas, der im Jahre 52 an der Malabarküste landete und 72 nahe dem heutigen Madras ermordet wurde. Aus dieser ersten christlichen Mission Indiens entwickelte sich innerhalb der dortigen katholischen Kirche der jetzige syro-malabarische und der etwas kleinere syro-malankarische Ritus, die gleichberechtigt neben dem lateinischen Ritus stehen. Jeder Indische Katholik gehört einem dieser drei Riten an und oftmals leben Katholiken der verschiedenen Riten einmütig im selben Ort nebeneinander, gehen jedoch in die jeweils eigene Kirche ihres Ritus und gehören auch verschiedenen Diözesen an. Die Jurisdiktionen der Bischöfe überlappen sich.
Bischof George Punnakottil ist 1936 geboren und seit 1977 Diözesanbischof. Er studierte in Rom und wurde 1961 dort zum Priester geweiht. Danach verblieb er zur Promotion in der Ewigen Stadt, half als Neupriester längere Zeit in einer römischen Pfarrei und zelebrierte - als Orientale - nach dem römischen Messbuch von 1962. Dieses ist ihm vertraut und er unterstützt nachhaltig unser Anliegen der Zelebration im alten Ritus und besonders die zum Altar hin ausgerichtete Messfeier. In seinem eigenen Ritus gab es große Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern einer modernen, zum Volk gewandten und einer traditionellen "versus altare" gerichteten Liturgie. Bischof Punnakottil, der auch ein hohes Amt in der indischen Bischofskonferenz bekleidet, war der führende Vertreter der konservativen Kräfte innerhalb seines Ritus. Noch unter Papst Johannes Paul II. wurde festgelegt, daß im syro-malabarischen Ritus keine Volkszelebration mehr stattfinden darf, da sie jeder kirchlichen Tradition zuwider läuft, liturgiehistorisch unhaltbar ist und der Ökumene mit allen orthodoxen und altorientalen Gemeinschaften ausgesprochen schadet, welche darin eine "römische Neuerung" und einen Abfall von der apostolischen Überlieferung sehen. Seither wird dort nur noch zum Altar hin zelebriert. An diesem Beschluß hatte Bischof Punnakottil entscheidenden Anteil.
Im Weihestammbaum Bischof George Punnakottills sind mehrere Päpste, u.A. St. Pius X. und Pius XII. vertreten. (Siehe: GeorgePunnakottil) Bischof Punnakottil unterhält rege Beziehungen zur Diözese Speyer. Er hat einen Konvent mit Herz-Jesu-Schwestern im Martha-Altenheim Speyer und visitiert diesen regelmäßig. Der Speyerer Weihbischof Otto Georgens weilte schon zu Besuch in seiner indischen Diözese Kothamangalam und eine dortige diözesane Einrichtung trägt den Namen "Urbanshome", benannt nach seinem Bruder. Bischof Punnakottil ist ein langjähriger Freund des Autors und ebenso von Pfarrer Matthias Köller aus Lauterecken, einem unserer Dirmsteiner Zelebranten. Der Bischof besucht sowohl Pfarrer Köller, als auch den Verfasser regelmäßig, wenn er sich in Deutschland aufhält und letzterer hatte bereits mehrfach die große Ehre, des Bischofs Gast in Indien zu sein. Bischof Punnakottil zelebrierte u.A. auch in Pfarrer Köllers damaliger Pfarrei Ottersheim bei Grünstadt, "versus altare" am Hochaltar.
Webseite der indischen Bischofskonferenz zur Diözese Kothamangalam und Bischof Punnakottil:
Seine Exzellenz Bischof Mar George Punnakottil von Kothamangalam
Pontifikalamt mit Bischof Punnakottil in seiner Kathedrale
Pontifikalamt mit Bischof Punnakottil in seiner Kathedrale
Reliquie der Hl. Schwester Alphonsa, ein Geschenk von Bischof Punnakottil an uns
Schon vor einigen Jahren empfahl Bischof Punnakottil, Pfarrer Arnette und unsere Gemeinschaft des alten Ritus der besonderen Fürsprache der Seligen Schwester Alphonsa, einer syro-malabarischen Sühneseele aus Indien. In dieser Intention übergab er dem Verfasser damals nachstend abgebildete Reliquie der Ordensfrau, als bleibendes Unterpfand. Gestern, am 12.10.2008 wurde Schwester Alphonsa von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. Sie ist die erste indische Heilige überhaupt und wir dürfen die "Passionsblume Indiens" als besondere Fürsprecherin unserer altrituellen Gruppe anrufen.
Anlässlich der nunmehr erfolgten Heiligsprechung Schwester Alphonsas wurde bekannt, daß ihre Lieblingsheilige die Kleine Theresia von Lisieux gewesen sei, die ihr auch erschien und sie zu Ihrem Klosterberuf ermutigte.
Überrascht muß man feststellen, hier schließt sich nun der Kreis, denn die Kleine Theresia war auch die Lieblingsheilige von Abbe' Arnette, der mit ihrer leiblichen Schwester in Briefkontakt stand und die genau am Tag seiner Priesterweihe starb.
Ein deutschsprachiges Buch über die neue Heilige ist beim Theresia Verlag Lauerz zu beziehen:
"Die erste Heilige Indiens lebte ganz nach den Grundsätzen der heiligen Theresia von Lisieux. In ihren Aufzeichnungen lesen wir, daß die große Heilige ihr erschienen war und sie in ihrem Klosterberuf bestärkt habe. Nur allzufüh verstarb ihre Mutter. Ein Schock war der Auftakt zum Lebensopfer: Die werdende Mutter wurde von einer Giftschlange aufgeschreckt. Alphonsa wuchs bei ihren Verwandten im sogenannten «Murikelhaus» auf. Mutig durchkreuzte Alphonsa die Heiratspläne, die ihre Verwandten mit einem jungen Mann und ihr hatten. Alphonsa wollte bewußt ihre Schönheit verlieren, um ins Kloster gehen zu können. Bewußt verbrannte sie sich. Ihre Schönheit war dahin, der Eintritt ins Kloster sichergestellt. Das Leben der seligen Alphonsa war gezeichnet von den Auszeichnungen einer Sühneseele: Verkanntsein, Leiden, Krankheit, Leben für Christus im Verborgenen."
Pressemeldung vom 12.10.2008
"Die Nonne Alphonsa vom Orden der Schwestern der Unbefleckten Empfängnis ist die erste Inderin, die heiliggesprochen wurde. Sie starb 1946 im Alter von nur 35 Jahren. Der Papst bescheinigte ihr "heroische Tugenden von Geduld, Kraft und Beharrlichkeit inmitten tiefen Leidens" in ihrem Leben. Nach ihrem Tod soll Schwester Alphonsa das Wunder vollbracht haben, den Klumpfuß eines zehnjährigen indischen Buben zu heilen. Dieser Bub war bei der Zeremonie in Rom anwesend."
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